Macht Geld glücklich?

Heute geht es um die fast schon philosophisch anmutende Frage, ob Geld glücklich macht. Wenn Du ehrlich bist, weißt Du, dass Geld eine ganz elementare Bedeutung in deinem Leben einnimmt. Dabei ist es völlig egal, ob du viel Geld oder wenig Geld hast.

Geld bildet die Grundlage für fast alle deine Entscheidungen.

Das Geld entscheidet,

  • wie Du lebst
  • ob Du entspannt und gelassen bist
  • wie und wie lange Du arbeitest
  • wohin und wie lange Du in den Urlaub fährst
  • wie und wie lange Dein(e) Kind(er) betreut werden/wird
  • welches Auto Du fährst
  • welche Kleidung Du trägst
  • ob du Existenzängste auslebst

und vieles mehr. Letztendlich entscheidet Geld sogar hinsichtlich deiner Gesundheit. Und vielleicht entscheidet Geld sogar darüber, wie viele Kinder Du hast. Denn ein Kind muss man sich heute ja auch ein Stück weit leisten können, zumindest wenn man gewisse Ansprüche hat.

Viel Geld, wenig Geld

Was ist denn „viel Geld“? Und was ist „wenig Geld“? Meines Erachtens kann das nur jeder für sich selbst definieren. Beide Aussagen sind sehr subjektiv. Für jemanden, der über 1 Mio. Rücklagen verfügt sind 20.000 EUR wahrscheinlich sehr wenig Geld. Für jemanden, der mit 1.000 EUR im Monat auskommen muss, sind die gleichen 20.000 EUR wahrscheinlich sehr viel Geld. Genauso verhält es sich mit „teuer“ und „billig“. Jemand mit 1.500 EUR Netto-Einkommen findet vielleicht eine Immobilie für 500.000 EUR teuer, ein Immobilieninvestor setzt den Kaufpreis ins Verhältnis zum Ertrag und empfindet das gleiche Objekt vielleicht als Schnäppchen. Es kommt also immer auf die Perspektive an. Wenn wir hier ein wenig toleranter sind und unsere Einschätzung nicht immer als Nonplusultra nehmen, ließe sich wahrscheinlich viel Stress und vor allem Neid vermeiden.

Außerdem kommt es ja noch darauf an, welcher Aufwand erforderlich ist, um eine gewisse Menge Geld zu erreichen. Welche Risiken muss ich dafür eingehen? Wie viel Zeit muss ich aufwenden?

Neid?

Viele, die wenig Geld haben, blicken neidvoll auf die mit dem scheinbar vielen Geld. Oft machen wir uns selbst unglücklich, wenn wir auf andere schauen, die scheinbar mehr haben, vergessen aber völlig die Geschichte dahinter. Bevor Du jemanden nach dem Geld beurteilst, frage dich immer, ob Du bereit wärst, mit ihm oder ihr zu tauschen. Wärst Du bereit, seine Risiken zu tragen? Seine Zeit aufgewendete Zeit einzusetzen? Seine Restriktionen in Kauf zu nehmen? Oft hat auch viel Geld einen hohen Preis. Sei es gesundheitlich oder in der Lebensqualität allgemein.

Genauso ist es anders herum. Die, für die Geld scheinbar keine Rolle spielt, wünschen sich oft, sie kämen raus aus dem Hamsterrad. Sie haben sich einen Lebensstil aufgebaut, der viel und immer mehr Geld erfordert. Da die Zeit aber auf jeden Tag 24 Stunden begrenzt ist, stressen sie sich immer mehr, um in der vorhandenen Zeit noch mehr zu erreichen. Die Gesundheit, die Liebe, die Familie und Freunde bleiben dabei oft auf der Strecke.

Geld verdirbt den Charakter

Das ist ein beliebtes Argument, was immer wieder hervorgebracht wird, insbesondere von denen, die über scheinbar wenig Geld verfügen. Faktisch ist es ein Glaubenssatz. Einer der uns oft eingeredet wird. Glaubenssätze entstehen in der Kindheit und werden durch Schule, Ausbildung und das Leben allgemein geprägt. Ob du ihn bewusst wahrnimmst oder nicht – wenn deine Eltern z.B. oft schlecht von reichen Leuten geredet haben, ist es relativ wahrscheinlich, dass du diesen oder einen ähnlichen Glaubenssatz in dir trägst.

Tatsächlich ist es aber so, dass Geld den Charakter nicht verdirbt, sondern ihn zum Vorschein bringt. Es gibt genauso viele Leute mit wenig Geld und schlechtem Charakter als solche mit viel Geld und gutem Charakter. Wobei wir ja wissen, dass „gut“ und „schlecht“ genauso relativ ist wie „viel“ und „wenig“. Es gab zwar mal eine us-amerikanische Studie, die angeblich belegt, dass Geld den Charakter verdirbt, aber so wie es beschrieben ist, zweifele ich die Methoden und die Ergebnisse stark an (hier ist ein kurzer Artikel dazu).

Fakt ist, dass es sich in der überwiegenden Zahl der Beurteilungen um rein spekulative Annahmen handelt. Meines Erachtens ist der Charakter völlig unabhängig vom Geld. Jemand, der sich nicht benehmen kann (also an gesellschaftliche Gepflogenheiten halten), kann das weder mit viel noch mit wenig Geld. Wer grundsätzlich schlecht über andere denkt, macht das unabhängig vom Kontostand. Wer ein liebevoller, geselliger Mensch ist, mutiert nicht grundlegend zum Hassprediger, nur weil er mehr Geld hat.

Glaube nicht alles, was Du siehst

Sicherlich spielt Geld eine große Rolle für das Auftreten eines Menschen. Oft ist (fehlendes) Geld die Ursache für Unsicherheit. Wer finanziell gut dasteht, kann sich mehr leisten, als jemand, der jeden Monat um’s Überleben kämpft. Aber: denke bei deiner Beurteilung eines Menschen immer daran, dass Du nur einen Bruchteil siehst. Wie oft sind Konsum und Kommerz finanziert und die scheinbar Reichen schieben einen riesigen Schuldenberg vor sich her. Einen Schuldenberg, der das Hamsterrad jeden Monat schneller laufen lässt? Und wie oft nutzen, die, die am lautesten über wenig Geld klagen, nicht alle Möglichkeiten – indem sie sich z.B. einen anderen Job suchen oder mehr arbeiten? Es gibt nicht „die Wahrheit“. „Die Wahrheit“ ist immer nur deine Einschätzung zur Situation.

Macht Geld denn nun glücklich?

Meines Erachtens ganz klar: Nein. Geld macht nicht glücklich. Dein Glück liegt in deinem Herzen und in deinen Gedanken. Nicht in deinem Kontostand. Aber: dein Kontostand gibt dir Sicherheit. Wenn Du gut mit Geld umgehen kannst, triffst Du bessere Entscheidungen. Denn Du entscheidest dann nämlich nach dem, was dich glücklich machen würde und nicht nach dem Preis. In meinen Augen kann man auch mit wenig Geld glücklich sein. Und ich denke, es gibt jede Menge Beweise dafür. Genauso kann man mit viel Geld total unglücklich sein. Studien belegen auch das.

Geld an sich ist ein Zahlungsmittel. Ein Tauschmittel. Ein Wertmaßstab. Es vereinfacht Vorgänge und wurde genau deswegen erfunden (erfahre hier mehr dazu). Es ist nicht für dein Glück verantwortlich. Wenn Du tief in deinem Herzen unglücklich bist, ist Geld vielleicht eine Ursache, aber mit Sicherheit nicht die Lösung. Wenn deine Einstellung und dein Denken nicht positiv sind, würde auch sehr viel Geld dich nicht glücklich machen. Andersherum genauso. Wenn Du sehr viel Geld hast, aber in deinem Herzen tief traurig und einsam bist, würde auch weniger Geld deine Situation nicht grundsätzlich ändern. Geld allein macht also auch nicht unglücklich (Zitat Peter Falk).

Um glücklich zu sein, spielt es aber sicher eine große Rolle, ob Du deine Finanzen im Griff hast. Und ob Du bereit bist, die Verantwortung zu übernehmen.

Und es spielt auch eine Rolle, wie deine Einstellung (dein Mindset) zu Geld ist. Schau doch mal in mein Instagram-Profil, dort findest Du jede Menge Anregungen dazu.

In meinen Augen kann Geld zu deinem Glück oder Unglück beitragen, aber Geld allein macht dich nicht glücklich und auch nicht unglücklich.

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3 Gedanken zu “Macht Geld glücklich?”

  • Hallo Yvonne,

    du hast an sich bereits alles geschrieben, was wir aus unserer Perspektive zu 100% bestätigen können. Geld bedeutet „Freiheit“ auf einer wesentlich größeren bzw. höheren Ebene, als die von dir thematisierten Neider i.d.R. meinen. Bei uns ist ein zu der gängigen Meinung gegenteiliger Effekt aufgetreten – und das mit Sicherheit nicht aus Geiz: Je mehr Geld bei uns einflattert, desto häufiger trennen wir uns von dem ganzen angehäuften Luxusschrott, sprich wir reduzieren uns da gewaltig = noch mehr Unabhängigkeit und Konzentration auf das Wesentliche (u.a. das Zeichnen, wie du ja von Instagram bereits weißt ;))

    Kapitalistische Grüße vom Pelzigen und Behörnten

    • Hey, danke für eure Einschätzung. Ja, ich denke auch dass das genau der Weg ist… Unabhängigkeit und auf das für sich selbst Wesentliche konzentrieren! LG

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