Rosenkrieg

RosenkriegEin Rosenkrieg ist der schlimmste Krieg, den Du führen kannst. Meist geht es dabei um’s Geld, aber die Kinder oder das Kind werden als „Waffe“ benutzt. Oft zieht er sich über Jahre. Unter’m Strich gibt es nur Verlierer. Außer vielleicht den Anwälten, die die Rechnungen schreiben.

Du verlierst dich, dein Kind, dein Geld, deine Nerven, deinen Fokus. Du reibst dich auf. Bist schlecht drauf. Regst dich auf. Musst dich trotzdem arrangieren.

Glaubst Du, dass es dir und deinem Kind bzw. deinen Kindern besser gehen würde, wenn es den Rosenkrieg nicht gäbe?

Glaubst Du, dass es noch einen anderen Weg geben könnte?

Wie ein Rosenkrieg entsteht

Der Name „Rosenkrieg“ geht zurück auf die Kriege im 15. Jahrhundert zwischen den beiden englischen Adelshäusern York und Lancaster. Die Wappen der unermüdlichen Gegner trugen Rosen, deswegen etablierte sich im Verlaufe der Jahre die Bezeichnung.

In meinem Kontext ist ein Rosenkrieg eine erbittert geführte Auseinandersetzung mit dem Ex-Partner, bei dem es vor allem um Geld und die Kinder bzw. das Kind geht. Ob du verheiratet warst, spielt für mich dabei keine Rolle. Selbst wenn es nur um das Kind bzw. die Kinder geht, würde ich das mit unter die „Definition“ fassen.

Bei meinen Recherchen bin ich darauf gestoßen, dass es sogar eine „Scheidungsforschung“ gibt. Es beschäftigen sich also sogar Wissenschaftler mit dem Thema. Der empirische Forschungsstand soll relativ gut abgesichert sein. Er zeigt, dass es jede Menge Faktoren gibt, die eine Scheidung „begünstigen“. Dazu zählt z.B., dass Paare, die hohem Stress unterliegen, ein hohes Scheidungsrisiko haben.

Rosenkriege entstehen, wenn aus Liebe Hass wird. Wenn selbst über scheinbar normales nicht mehr vernünftig geredet werden kann. Die Statistik belegt, dass mittlerweile fast jede 2. Ehe geschieden wird. Anwälte gehen davon aus, dass es fast bei jeder 2. Scheidung „Krieg“ gibt. Ein Zustand, der von Wut, Rache und Selbstsucht getrieben ist. Gekämpft wird mit harten Bandagen, es werden die miesesten Tricks aus der untersten Schublade gezaubert. Meist geht es nur darum, dem ehemaligen Partner das Leben schwer zu machen. Die Kinder werden als „Waffe“ instrumentalisiert. Bei Geld wird zu unlauteren Mitteln gegriffen. Eine „Schuld“ an dem Krieg lässt sich meist nicht mehr feststellen.

Unter dem Strich gibt es nur Verlierer. Jahrelanger Kampf, durchheulte Nächte, Unsicherheit, verschüchterte oder aufmüpfige Kinder, verlorenes Geld, verlorene Nerven.

Die Ursachen eines Rosenkrieges

Ein Rosenkrieg entsteht meist, wenn einer der ehemaligen Partner oder sogar beide die Trennung noch nicht überwunden haben. Verletzte Gefühle, Enttäuschung, Wut, Rachegedanken befeuern die „Kriegslust“.

In meinen Augen ist ein weiterer Hauptgrund für einen Rosenkrieg „finanzielle Unsicherheit“. In der Regel ist das Leben zu zweit teurer als das alleine. Der Lebensstandard wird hochgeschraubt, mit zwei Einkommen kann man sich ja auch mehr leisten. Verbindlichkeiten geht man gemeinsam ein. Ganz viele Menschen, insbesondere Frauen, geben in einer Beziehung die finanzielle Verantwortung ab. Der Partner kümmert sich darum. Vor allem Frauen fahren die Linie „Geld ist mir nicht wichtig.“. Und dann  – rums. Er zieht aus. Vielleicht von heute auf morgen. Vielleicht hat er sogar ne andere.

Dann bricht die Welt zusammen. Aus Wohlstand oder zumindest Regelmäßigkeit blickt uns die häßliche Fratze der Armut und Unsicherheit an. Wir wissen nicht, wie es weitergehen soll. 1.000 Dinge prasseln auf uns ein. Themen, die bisher überhaupt keine Rolle gespielt haben, sind auf einmal präsent. „Das wirst du mir büßen“ – ist wahrscheinlich einer der häufigst gedachten Gedanken in solchen Zusammenhängen.  Beliebt sind wahrscheinlich auch „Das zahle ich dir heim“ oder „Du hast mein Leben zerstört, jetzt zerstöre ich deines.“.

Die miesen Tricks

Und dann werden die miesen Tricks ausgepackt. Die Anwälte freuen sich. Es wird gekämpft. Und die Kinder stehen dazwischen. Der Umgang wird verhindert oder eingeschränkt, im schlimmsten Fall kommt es zur Kindersentziehung. Lügen und Behauptungen sind an der Tagesordnung. Jedes Wort und jede Handlung wird auf die Goldwaage gelegt. Die Eltern tragen ihren „Kampf“ auf dem Rücken der Kinder aus.

Häufig wird das Geld als Thema „vorgeschoben“. Aber meiner Meinung geht es um viel mehr als Geld. Geld ist nur das sichtbare Ergebnis. Es geht um Enttäuschung, Schuld, Wut, Rache, Macht. Es geht darum, dass sich Pläne geändert haben. Dass „für immer“ doch ziemlich kurz war. Dass sich Dinge nicht bewahrheitet haben.

Wem Du die Schuld gibst, dem gibst Du die Macht.

Eine weitere Ursache liegt meines Erachtens darin, dass viele heute mit sich selbst unzufrieden sind, die Verantwortung dafür aber leugnen. Es wird geschimpft auf „die Umstände“, „die Kindheit“, „das Leben“, „den Ex“, „die Eltern“, „die Nachrichten“ und so weiter, und so fort. Alles andere oder alle anderen sind schuld. Es wird sich nur auf das Negative konzentriert. Und das wird auch noch immer mehr. Und dann wird gekämpft. Gegen alles und jeden. Insbesondere gegen den Ex. „Er hat es so gewollt“ oder „Das hat er sich verdient“ sind häufige Wendungen, die in diesem Zusammenhang fallen. Ich denke aber, dass hier oft Ursache und Wirkung verwechselt wird…

Gedankenanstöße

Ich möchte dir hier einfach mal ein paar Ideen geben, was Du dir eigentlich antust und wie man das Thema auch betrachten könnte. Du hast vielleicht gelesen, wie es mir mit meinem Mann ergangen ist (falls nicht, schau mal hier).

Wenn Du mitten drin steckst in einem Rosenkrieg oder direkt in einen hinein steuerst, bist Du vielleicht gleich erstmal geschockt und denkst „Vergiss es. Niemals.“. Dass du den Artikel aber bis hierher gelesen hast, zeigt mir, dass Du noch irgendwo tief in dir daran glaubst, dass es einen Alternative zum Rosenkrieg geben könnte. Lass dich einfach mal inspirieren…

Gesetz der Anziehung

Du kennst sicherlich das Gesetz der Anziehung. Es besagt, dass du das, worauf Du dich fokusierst, anziehst. Das, was Du denkst, verstärkt sich. Physikalisch bewegt sich das Gesetz der Anziehung im Bereich der Gravitation (gegenseitige Anziehung von Massen, einer der 4 Grundkräfte der Physik). Bist du schlecht drauf, liefert dir das Gesetz der Anziehung immer mehr negative Dinge und du setzt eine Abwärtsspirale in Gang. Du siehst nur noch Schlechtes. Die Menschen erscheinen dir unfreundlich. Du selbst lachst nicht mehr und siehst alles schwarz. Dabei variieren vielleicht die Farbnuancen an einzelnen Tagen von dunkelgrau über anthrazit bis tiefschwarz. Der „Farbton“ deiner Stimmung ist aber definiert. Du bist frustriert und jedes Ding, was anders läuft als du geplant hattest, ist für dich eine Bestätigung der Negativität. Dein Stress und der Frust überträgt sich auf deine Kinder, du bist genervt davon und die Kinder sind genervt von dir. Ihr schaukelt euch hoch.

Das schöne aber ist: das funktioniert im Positiven genauso. Konzentrierst du dich auf positive Dinge, fallen dir auch immer mehr positive Dinge auf. Man kann das trainieren. Fange am besten mit Kleinigkeiten an. Nimm dir jeden Abend 10 oder 15 Minuten Zeit und schreibe dir die positiven Dinge des Tages auf. Nur die Positiven. Ich kann hören wie du denkst „da gibt es nichts“. Es wird was geben. Trau dich.

Finanzielle Sicherheit

Ein zweiter, wichtiger Punkt ist finanzielle Sicherheit bzw. finanzielle Intelligenz. Glaubst du, dass du im Rosenkrieg andere Entscheidungen treffen würdest, wenn Du im Themenbereich „Finanzen“ besser aufgestellt wärst? Wenn es nicht so lebenswichtig wäre, ob der Unterhalt punktgenau kommt? Nur mal angenommen – du würdest finanzielle Entscheidungen treffen und wüsstest genau weißt, was passiert? Wenn Du Ansätze und Fragen einfach besser einschätzen könntest, weil Du mehr weißt?

Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass die Mehrzahl der Rosenkriege vermieden werden könnte, wenn sich Mütter selbst mehr um ihre Finanzen kümmern würden. Das soll jetzt nicht heißen, dass nur Mütter Rosenkriege anzetteln, aber in der Mehrzahl der Fälle wird es schon so sein. Meist sind es die Frauen und Mütter, deren Finanzen auf äußerst vakanten Beinen stehen.

Verantwortung

Stell‘ dir mal vor, du würdest aufhören, anderen die Schuld zu geben? Glaubst Du, es würde Methoden geben, die dich zu einer selbstsicheren Person machen, die in sich ruht und weiß, was ihr gut tut? Eine Person, die in der Lage ist, für sich und ihre Entscheidungen Verantwortung zu übernehmen? Die nicht „die Umstände“ oder „die Vergangenheit“ als Ausrede nutzt?

Dein Leben heute ist das Ergebnis deiner Entscheidungen in der Vergangenheit.

Willst du ein anderes Leben, triff bessere Entscheidungen. Sei ehrlich zu dir selbst. Was willst Du im Leben? Für dich? Für deine Kinder? Was würde sich gut anfühlen? Wie würdest du leben? Wo und wie würdest du arbeiten? Das sind nur ein paar kleine Ansätze, aber zumindest ein Anfang. Ich bin mir sicher, dass ein Rosenkrieg, Umgangsverweigerung und miese Tricks in deinem Traumleben nicht vorkommen würden.

Mögliche Lösungsansätze

In meinen Augen musst du die Entscheidung, den Rosenkrieg zu beenden oder gar nicht erst anzufangen, bewusst treffen. Das ist ein hartes Stück Arbeit. Glaube mir, ich weiß wovon ich spreche. Wie bei Monopoly gehst du zurück auf „Start“. Ab heute versuchst Du dich nur noch auf deine Zukunft zu konzentrieren. Nimm hin, was nicht mehr zu ändern ist.

Du kannst nicht immer bestimmen, was dir zustößt. Aber du kannst immer bestimmen, wie du reagistert.

Deine Ziele und deine Einstellung

Nimm dir wirklich mal bewusst Zeit für dich. Frage dich, was Du wirklich willst. Welche Werte sind dir wichtig? Das ist ein Prozess und wird dich sicher viele Gedanken kosten. Deine Einstellung spielt aber eine sehr wichtige Rolle für die Qualität deines Lebens. Deine Ziele zu kennen und positiv zu denken, ist wichtig, um bessere Entscheidungen treffen zu können. Wenn du hierzu ein wenig mehr Input brauchst, folge mir doch einfach bei Instagram (@yschrader).

Deine Finanzen

Mindestens genauso wichtig ist das Thema finanzielle Sicherheit. Habe keine Angst. Die meisten können nur nicht mit Geld umgehen, weil es ihnen keiner beigebracht hat. Verschaffe dir als erstes einen Überblick über deine Einnahmen und Ausgaben und auch über das Geld, über das ihr euch eigentlich streitet/streiten würdet.Wenn Du allein nicht zurecht kommst – gib nicht gleich auf. Schau doch mal, ob und wie ich dir helfen kann…

Wenn du bereit bist, an deiner Einstellung (deinem Mindset) und deinen Finanzen zu arbeiten, dann bist du schon einen großen Schritt in Richtung „eigene Verantwortung“ gegangen. Und wenn nur ein paar Rosenkriege vermieden werden können, weil mehr Muttis bereit sind, hinter das Geld und den Hass zu schauen, wird die Welt wieder ein ganzes Stückchen besser. Für dich selbst bedeutet eine friedliche Einigung mit deinem Ex mehr Entspannung im Leben, mehr Zuversicht, bessere Entscheidungen,  entspanntere Kinder und einfach ein positiveres Leben. Und ich denke, das ist es allemal Wert, sich damit zu beschäftigen.

Ich hoffe, ich konnte die eine oder andere ein klein wenig inspirieren. Schreibe mir gerne deine Meinung in die Kommentare.

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8 Gedanken zu “Rosenkrieg muss nicht sein”

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