Bei meinen Recherchen fällt mir immer wieder auf, wie wenig Bezug Mütter eigentlich zum Thema Geld haben. Und deswegen immer wieder in die gleichen Geldfallen tappen.

Das passiert völlig unabhängig vom Alter und sonstigen Bildungsstand. Manchmal scheint es mir, als ob bei vielen Muttis beim Thema Geld die Gehirnzellen sagen „Nö, mit mir nicht“. Ich habe dir ja schon an verschiedenen Stellen gezeigt, wie Geld dein Leben beeinflusst, auch wenn Du sagst „Geld spielt für mich keine Rolle“ oder „Geld ist mir nicht wichtig“.

Heute zeige ich Dir, die 10 häufigsten Fehler, die Mütter im Umgang mit Geld machen. Ich freue mich, wenn Du mir einen Kommentar dazu da lässt…

1. Du hälst dich für zu blöd

Einer der Hauptgründe, warum Mütter (und Frauen allgemein) sich nicht mit Geld beschäftigen, ist dass sie denken, zu blöd dafür zu sein. Sie reden sich ein, von der Materie keine Ahnung zu haben und damit ist das Thema erledigt. Ganz ehrlich, machst Du das sonst auch so? Als Du schwanger wurdest, hast Du vorher alles gewusst?

Wenn Du nähen lernen willst, sagst du dann auch „nö, kann ich nicht, mache ich nicht.“ Oder stöberst Du mal im Internet? Kaufst Dir mal ein Buch oder ein Zeitschrifst? Oder fragst jemanden, der es schon kann?

Du bist nicht zu blöd. Du bist nur zu faul.

TIPP: Fange an, dich mit dem Thema zu beschäftigen. Dass Du auf meiner Seite bist, ist schon mal ein guter Anfang. Du musst ja nicht gleich in hochkomplexe Börsengeschäfte einsteigen. Fang wie bei jedem anderen Thema mit den Grundlagen an. Finanzielle Intelligenz ist deine beste Lebensversicherung.

2. Du gibst die Verantwortung ab

Wenn es um’s Geld geht, verlassen sich viele Mütter blind auf Dritte: (Ehe)Mann, Versicherungsvertreter, Banker, Eltern, Chef, Staat.

Das ist aber höchst riskant und die Praxis zeigt, dass das immer wieder schief geht. Ganz viele Mütter verlieren alles, weil sie Dritten blind vertraut haben. Stell dir doch mal folgende Fragen: Wieso weiß mein Mann eigentlich mehr über Geld als ich? Hat er Bücher gelesen? Kurse besucht? Oder macht er einfach ab und an mal was mit Geld und unterschreibt eure Verträge?

Sicherlich kannst Du nicht alles wissen, aber Du kannst die Verantwortung für die Dinge in deiner eigenen Geldwelt übernehmen.

TIPP: Sei ehrlich zu dir selbst und überlege mal, wem Du in welchem Bereich die Verantwortung für dein Geld übertragen hast.

3. Du unterschreibst, ohne alles verstanden zu haben

„Unterschreibe mal schnell hier“ ist einer der gefährlichsten Sätze, wenn es um deine Sicherheit geht. In meiner Beratungspraxis habe ich immer wieder erlebt, dass Menschen Verträge/Vereinbarungen unterschreiben, von denen sie kein Wort verstanden haben. Sie unterschreiben sogar noch Nachweise, dass sie alles verstanden haben. Wenn man nachfragt, haben sie kein Wort verstanden. Das ist gefährlich. Das kann dir dein finanzielles Genick brechen.

Frage doch einfach nach, wenn Du etwas nicht verstehst, gerade wenn es um Geld geht. Es gibt keine dummen Fragen und Du brauchst keine Angst zu haben. Nicht vor der Frage. Vor den Folgen hast Du doch auch keine Angst, wenn Du blind unterschreibst. Ein kompetentes Gegenüber beantwortet dir ehrlich all deine Fragen. Und wenn nicht – dann ist das auch ein Zeichen. Insbesondere bei „schnell“ sollten bei Dir alle Alarmglocken angehen. Geschäfte unter Druck haben meist einen Haken.

TIPP: Beachte bitte einfach nur folgende 2 Regeln: Unterschreibe nicht, was Du nicht verstehst. Unterschreibe nicht unter Druck.

4. Du denkst zu kurzfristig

Menschen und insbesondere Mütter überschätzen völlig, was sie in einem Jahr erreichen können. Und unterschätzen, was sie in fünf Jahren erreichen können.

Die meisten Enttäuschungen entstehen nur aufgrund von falschen Erwartungen. Es gibt kein „Schnell-Reich-Werde-System“. Du kannst nicht heute mit 100 EUR loslaufen und erwarten, dass nächstes Jahr ohne Weiteres 1.000 EUR draus geworden sind. Wenn Du dir ein zweites Einkommen aufbauen willst, brauchst Du insbesondere am Anfang mehr Zeit und wirst wahrscheinlich weniger verdienen. Aber im mittleren und langen Horizont schaffst Du dir so eine solide Basis. Denke immer daran „Wenn Du heute aufgibst, weist Du nie, ob Du es morgen geschafft hättest“.

Auf der anderen Seite ist deine Rente nicht so weit weg, wie es vielleicht scheint. In meinem Artikel „Scheiß auf Altersvorsorge“ findest Du ein paar Gedanken dazu.

TIPP: Lege Dir realistische Ziele für deine Finanzen fest und arbeite daran. Nur durch „Hoffen“, wird es nicht vorwärts gehen.

5. Du bezahlst dich nicht zuerst

Gerade als Mutter neigen wir dazu, zuerst alles andere zu bezahlen und dann, ganz zum Schluss, wenn noch etwas übrig bleiben sollte, sind wir dran.

Das ist aber genau der falsche Ansatz. Auf Dauer wirst Du frustriert, weil für dich nichts übrig bleibt, du wirst unzufrieden, du lässt deine Unzufriedenheit an anderen aus usw. usf. Alle großen Geldvisionäre sind sich einig, dass man immer zuerst sich selbst bezahlen sollte. Das ist dein Antrieb, dein Ansporn, um überhaupt in die Gänge zu kommen. Es schafft Dir eine Sicherheit, die dich anders agieren lässt.

TIPP: Nimm immer 10% von deinen Einnahmen und lege es tatsächlich beiseite, egal ob auf’s Konto oder vom Bargeld. Das ist dein „Geldmagnet“. Langsam, aber kontinuierlich steigt so dein Rücklagenpolster an.

Sei es dir selbst Wert.

6. Du gibst dein Geld für die falschen Dinge aus.

Oh, jetzt wird’s hart. Ja, genau, Du kaufst die falschen Dinge. 50 Paar Schuhe, 100 T-Shirts, 15 Handtaschen – Du konsumierst ausschließlich und investierst nicht. Konsum führt aber zwingend zum Abfluss von Geld. Und meist gilt: weg ist weg. Und auch wenn es billig ist – das Geld ist verloren. Bzw. hat es dann jemand anders. Auch viele Kleinigkeiten läppern sich – ein Kaffee bei Starbucks hier, ein Teilchen vom Bäcker da, eine Packung Käse, die später in die Tonne fliegt, der 25. Lippenstift …

Investitionen dagegen bringen Dir Geld. Du hast unter dem Strich einen Zufluss. Ich schreibe demnächst mal noch einen separaten Artikel dazu.

TIPP: Überprüfe einmal kritsch dein Konsumverhalten. Wie viel Geld gibst Du wirklich unnütz aus? Kaufe Dir doch lieber ein wertiges Teil statt 30 Billigfetzen. Mache eine schöne Reise statt irgendwelchen Konsumplunder. Versuche einmal, einen Monat lang, nichts zu kaufen, was Du nicht unbedingt brauchst (haben wollen ist nicht brauchen;-) ). Du kannst dabei ein virtuelles „Verkneiferschwein“ führen, also eine Art Sparschwein, wo Du jeden Betrag, den Du nicht ausgibst, reinschreibst…

7. Du konsumierst auf Pump

Ja, heute ist es leicht auf Pump zu konsumieren. An jeder Ecke lauern 0%-Finanzierungen. Bei einer großen Internetplattform gibt es derzeit sogar eine Werbeaktion mit Negativzinsen, wo Du also weniger Kredit zurück zahlst, als Du aufgenommen hast.

Meist sind aber genau solche Finanzierungen der erste Schritt in den finanziellen Ruin. Die meisten verlieren den Überblick, was sie wo finanziert haben (und ja, auch eine Ratenzahlung im Versandhaus ist eine Finanzierung). Die Finanzierung ist meist nicht durch einen adäquaten Gegenwert gedeckt. Der Finanzierer behält sich meist einen verlängerten Eigentumsvorbehalt vor, d.h. das Eigentum geht erst bei vollständiger Bezahlung auf dich über. Hörst du auf zu zahlen, ist das finanzierte Konsumgut weg.

Am schlimmst sind auf Pump finanzierte Reisen. Das Erlebnis ist vorbei, der Alltag hat dich längst wieder, aber bezahlt ist die Reise erst Monate später.

TIPP: Versuche Dir einfach foglenden Grundsatz anzueignen: Was Du dir nicht leisten kannst, kannst Du nicht konsumieren. Kein verfügbares Geld, kein Konsum. Ganz einfach. Statt auf Pump zu leben, mache Dir lieber Gedanken, wie Du das Geld zusammen bekommen kannst. Ich gebe Dir hier regelmäßig Tipps dazu…

8. Du schätzt dein Vermögen falsch ein

Was Vermögen tatsächlich ist – darüber gibt es verschiedene Theorien. Ich bin ein großer Anhänger der Theorien von Robert Kyiosaki (schau mal in meine Buchtipps).

Bei seiner Theorie geht es darum, dass nur das, was Cashflow bringt, ein Vermögensgegenstand ist. Fließt Geld ab, ist es eine Verbindlichkeit. Ich werde dieses spannende Thema auf jeden Fall noch vertiefen.

Hier nur so viel: Eine der Ursachen der seit 2008 andauernden Finanzkrise war die Tatsache, dass Vermögen falsch eingeschätzt wurde. Insbesondere in den USA haben die Menschen z.B. ihre Häuser immer weiter beliehen, in der Annahme, das Haus sei ja ein Vermögenswert und wenn man es verkauft, wären einfach alle Schulden bezahlt. Nur leider wurden in der Realität nie die notwendigen Preise erzielt. Kredite platzen und das führte schließlich zum Zusammenbruch der ersten Banken.

Wenn ich jetzt einfach mal frage „Was sind deine größten Vermögenswerte“? was sagst du dann? Dein Haus? Dein Auto?

Ganz ehrlich? Du ahnst es. Beides sind keine Vermögenswerte. Beides kostet dich Geld. Geld fließt also ab. Damit sind es Verbindlichkeiten. Ein Haus dagegen, was Du vermietest und Dir jeden Monat einen Ertrag bringt, ist ein Vermögensgegenstand. Oder wenn Du ein Taxiunternehmen bist oder andersweitig mit deinem Auto Geld verdienst – dann ist es ein Vermögensgegenstand.

TIPP: Liste doch mal auf, was Dir monatlich tatsächlich Geld bringt und wo Geld abfließt.

9. Du legst deine gesamten Ersparnisse auf ein Sparbuch

Es ist nicht zu fassen, aber das Sparbuch ist immer noch der Deutschen liebstes „Geldpolster“. Dabei ist ein Sparbuch nicht mehr als eine „Aufbewahrungsmöglichkeit“. Zinsen gibt es schon lange nicht mehr. Ganz im Gegenteil, jetzt frisst die Inflation dein Geld sogar nach und nach auf. Wir haben jährlich eine Geldentwertung von ca. 3% (ein sehr spezielles Thema, dem ich mich an anderer Stelle widme). Das heißt 1.000 EUR sind nach einem Jahr nur noch ca. 970 EUR wert. Je länger der Anlagehorizont, desto geringer der Wert. Formell hast Du zwar immer noch 1.000 EUR auf dem Konto stehen, kannst allerdings damit nur noch Güter im Wert von 970 EUR kaufen.

Außerdem gibst Du mit einem Sparkonto deiner Bank einen Kredit. Die Bank arbeitet nämlich mit deinem Geld. Willst du einen Kredit, bezahlst Du jede Menge Zinsen, den Kredit an deine Bank gibst Du für umsonst.

Sicherlich macht es Sinn, eine Finanzreserve auf einem Tagesgeldkonto zu haben. Das ist das Minimum, das Du dir an finanzieller Sicherheit schaffen solltest. Das ist deine Notfallreserve für unvorhergesehene Dinge.

TIPP: Wenn Du annähernd das Ziel „finanzielle Unabhängikeit“ hast, wirst Du nicht drum herum kommen, dich mit Möglichkeiten zu beschäftigen, wie Du dir zum einen ein passives Einkommen aufbaust und zum anderen dein Geld für dich arbeiten lässt.

10. Dein Mindset ist nicht optimal

Last but not least – ein der größten Hürden, die Mütter im Umgang mit Geld haben. Sie glauben an die falschen Dinge.

Money-Mindset ist ein umfangreiches Thema, aber sehr wichtig, wenn Du an deiner Situation etwas ändern willst. Was denkst du über Geld? Sind es positive Gedanken oder eher „Geld ist schlecht“ , „ich brauche kein Geld“ oder „wer Geld hat ist ein schlechter Mensch“ usw.? Manchmal muss man ein wenig in seinem Gehirn kramen, um seine Geld-Gedanken ans Licht zu befördern. Meist ist es aber so, dass wir das, was wir denken, anziehen. Denke ich schlecht über Geld, habe ich meist auch keines. Habe ich Angst vor Geld, gebe ich meist (bewusst oder unbewusst) gleich wieder aus. Schimpfe ich immer auf Leute mit Geld, bekomme ich selbst keines. Das mag trivial klingen, aber glaube mir Gedanken erschaffen Realität (übrigens noch ein Buchtipp, aber nicht ganz so leicht zu lesen).

TIPP: Überprüfe einmal deine Gedanken zu Geld. Hast Du Angst? Fühlst Du dich wohl? Was haben deine Eltern über Geld gesagt? Schreibe spontan auf, was Dir zu dem Thema einfällt und lass es auf dich wirken.

So, und jetzt Hand auf’s Herz:

Gibt es bei Dir noch Optimierungspotential beim Umgang mit Geld?

Ich hoffe, ich höre ein deutliches „JAAAAA“. Schließlich ist noch kein Meister vom Himmel gefallen und optimieren kann immer.

Wenn Du konkrete Fragen hast, schreibe mir einfach an yvonne_schrader@gmx.de oder schicke mir eine WhatsApp an 0151 20719040.

Natürlich freue ich mich auch über zahlreiche Kommentare…

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2 Gedanken zu “10 Fehler, die Mütter im Umgang mit Geld machen”

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