Träume lügen nicht.

Du kennst sie – all diese unerfüllten „Wenn-ich-erst-Träume“, die darauf warten, dass die Bedingung endlich eintritt. „Wenn ich erst abgenommen habe, finde ich meinen Traummann“. „Wenn ich erst das und das verdiene, mache ich…“. Beliebt ist auch „Wenn ich erst in Rente bin, verreise ich da und da hin.“. Oder auch „Wenn erst die Kinder aus dem Haus sind, dann …“.

Sind wir ehrlich – wie viele Fälle kennst du, wo „Wenn-ich-erst-Träume“ wahr geworden sind?

Klar, ab und an kommt das sicher vor. Wahrscheinlich gibt es schon einige Rentner, die die freie Zeit zum Reisen nutzen. Aber glaubst du wirklich, du machst dann die richtig geilen Sachen? Die Fernstrecken? Die Abenteuer? Die großen Städte? Oder was immer du unter „geilen Sachen“ verstehst…  Machen wir uns nichts vor. Von heute ausgehend bist Du aller Wahrscheinlichkeit nach 67, wenn Du in Rente gehst. Wenn Du überhaupt dahin kommst. Ja, vielleicht bist Du fit wie ein Turnschuh. Vielleicht auch nicht. Du brauchst länger zum Regernieren. Und wahrscheinlich willst du dich auch öfter mal ausruhen. 20 Stunden Economy fliegen ist dann wohl eher nicht mehr dein Ding. Ok, vielleicht befolgst du all meine Tipps und fliegst Business. Sind aber trotzdem 20 Stunden.

Ich für meinen Teil muss ja schon allein deswegen 100 Jahre alt werden, damit ich all die Ziele schaffe, die auf meiner Löffelliste stehen. Aber es sind eben ein paar dabei, die ich mit 70 nicht mehr unbedingt machen würde. Las Vegas oder New York zum Beispiel.

Die Krux der "Wenn-ich-erst-Träume"

Rente und Reisen

„Wenn-ich-erst-Träume“ haben ein Lack in sich. Sie beinhalten eine Bedingung.Und zwar ist das meistens eine Bedingung, auf die ich nicht 100% Einfluss habe. Meist hängen an dieser Bedingung andere Personen oder weitere Bedingungen. Bleiben wir beispielhaft bei der Rente und dem Reisen.

Es geht eben nicht nur darum, dass Du formell das Rentenalter erreichst. Das ist die Bedingung. Die ist aber davon abhängig,

  • wann du tatsächlich in Rente gehen kannst
  • in welchem gesundheitlichen Zustand du dann bist
  • wie viel Geld du tatsächlich zur Verfügung hast

Oft kommt außerdem noch dazu, in welchen gesundheitlichen Zustand dein Partner ist. Und streng genommen kommt auch noch dazu, welche politischen Systeme herrschen und ob Krieg oder Frieden ist. Wer weiß schon, was in 30 oder 40 Jahren ist?!

Geld als Bedingung

Viele „Wenn-ich-erst-Träume“ haben auch in irgendeiner Form Geld als Bedinung. Manchmal unspezifisch wie „wenn ich erst reich bin“, manchmal konkret „wenn ich erst 1.000 EUR mehr im Monat verdiene“.

Aber auch hier beißt sich oft die Katze in den Schwanz. Der Punkt ist, die meisten arbeiten nicht aktiv dran, dass die Bedingung eintritt. Oder sie haben es nicht direkt in der Hand. 1.000 EUR mehr pro Monat bedeutet für die meisten einen oder mehrere Jobwechsel, zu denen viele nicht bereit sind. Denn daran hängen oft wieder Folgen…

Fakt ist einfach, wenn Du mit 1.000 EUR im Monat nicht umgehen kannst, kannst Du auch mit 10.000 EUR nicht umgehen. Umgedreht schon. Bei den meisten steigt doch mit jedem zusätzlichen Euro der Lebensstandard in gleicher Höhe. Die Mehrheit hat nun mal eben nicht die Disziplin, von jeder Gehaltserhöhung gnadenlos 50 oder 70% zu sparen und zu investieren.

Dazu kommt noch, dass bei den meisten „wenn-ich-erst-Träumen, die Geld als Bedingung haben, „komischerweise“ immer wieder was dazwischen kommt. Zufällig geht das Auto kaputt. Oder das Kind braucht dieses oder jenes.  Es passiert irgendwas.

Und schnell macht sich die „ach, so wichtig ist es doch nicht“-Stimmung breit.

Dazu kommt auch noch, dass „reich sein“ kein Ziel ist. Es ist nicht messbar. Es hat keinen zeitlichen Rahmen.

Dreh den Spieß rum

Bei „Wenn-ich-erst-Träumen“ ist es oft so, dass wir erwarten, dass etwas passiert. Wir sind nicht in dem Modus, dass wir aktiv an der Umsetzung arbeiten.

Ehrlich gesagt sind „Wenn-ich-erst-Träume“ meist gar keine Träume. Ganz oft sind es lapidar hingesagte Äußerungen, die uns vielleicht schon ein gutes Gefühl geben würden, aber nicht ernsthaft unter das Thema „Träume und Ziele erreichen“ fallen.

Wie wäre es, wenn Du einfach mal den Spieß umdrehst. Wenn Du das Thema ernst nimmst und anfängst damit zu beschäftigen, was du wirklich wollen würdest.

Das Leben ist zu kurz für irgendwann.
Eines Tages ist kein Termin im Kalender

Was wäre, wenn es mal nicht um all das ginge, warum deine Träume eh nicht wahr werden.

Wenn es mal darum ginge, dass nicht alles vorherbestimmt ist und du immer eine Wahl hast?

Wenn es darum ginge, dass man Dinge nicht nur tun muss, weil 95% aller anderen sie tun?

Und selbst wenn Du noch nicht bereit bist, an der ganz großen Lebensvision zu arbeiten – wäre es nicht schön, die Zahl der Highlights und Glücksmomente im Leben zu erhöhen?

Am Ende bereuen wir immer nur die Dinge, die wir nicht getan haben. Die Fragen, die wir nicht gestellt haben. Die Abenteuer, die wir nicht erlebt haben. Und auch die Zeit, die wir sinnlos verdattelt haben.

Wir haben alle alle Voraussetzungen für ein tolles Leben. Wir nutzen sie nur nicht. Sage jetzt nicht, du gerade nicht. Glaube mir, ich weiß 100% dass es Rahmenbedingungen gibt, die einfacher und die schwerer sind. Kuck mich an. Ich bin von heute auf morgen alleinerziehend geworden. Musste von heute auf morgen 760 EUR Miete allein stemmen, weil Abmachungen mit einem Schlag hinfällig waren. Bin selbstständig mit – leider noch – schwankendem Einkommen und diversen anderen Restriktionen. Erzähl mir also bitte nicht, dass Du es besonders schwer hast.

Es geht nicht darum, was Du gerade hast.

Es geht darum, was Du haben willst. Und was Du meinst, verdient zu haben.

Deswegen – drehe den Spieß um und konzentriere dich nicht auf die Restriktionen, sondern auf die Lösungen.

Die kritischen Fragen

Hier findest du einen ausführlichen Artikel zu diesem Thema („Die Reise deines Lebens“).

Manchmal ist es im Leben eben wirklich wie beim Bogenschießen. Wenn du nicht zielst, kannst du nicht treffen. Oder du landest einen Glückstreffen.

Wenn du ehrlich zu dir selbst bist, nimmst Du mal die 5 großen Bereiche deines Lebens und fragst dich, wie du diese gern hättest:

  • Geld
  • Beziehung
  • Gesundheit
  • Familie/Freunde
  • Job/Arbeit

Lass alle Restriktionen außen vor. Bewerte auch nicht, ob du das gerade für möglich hälst oder nicht. Oder welche Veränderungen damit zusammen hängen. Das spielt im ersten Schritt keine Rolle.

Die meisten Frauen schütteln die Antworten nicht mal eben so aus dem Ärmel. Denke in Ruhe nach.

Im zweiten Schritt fragst du dich dann, was Du unternehmen müsstest, um von da, wo Du gerade stehst, dorthin zu kommen, wo Du gerne wärst. Und anders als bisher sagst du eben gerade nicht „wenn ich erst…“, sondern „um B zu erreichen, müsste ich…“.

Mache es konkret. Nimm dir nicht einfach vor, reich zu sein. Reich sein ist kein Ziel. Ein „monatlich passives Einkommen von 5.000 EUR in 3 Jahren“ ist ein Ziel. „Mehr verdienen“ ist auch kein Ziel. „In spätestens einem halben Jahr monatlich 500 EUR mehr zur Verfügung haben“ ist eines. „Mehr Zeit“ oder „öfter Reisen“ sind ebenfalls keine Ziele. „Pro Woche zwei Stunden Zeit nur für mich ab übernächsten Monat“ oder „in spätestens einem halben Jahr regelmäßig zweimal pro Jahr in den Urlaub fahren, 1x Kurztrip und 1x 14-Tage“ sind Ziele.

Und dann sei kreativ. Schreibe dir alles auf, was dir einfällt. Bewerte nicht. Einfach aufschreiben. Sagen wir, dein Ziel wäre „in 7 Jahre eine Million zu haben“ und dir fällt „reich heiraten“ ein, dann schreibe es auf.

Vielleicht kannst du die Übung auch mit ein bis zwei sehr guten Freunden oder Freundinnen machen. Verratet euch gegenseitig eure Ziele und dann tragt alles zusammen, was euch einfällt. Und vielleicht ergeben sich daraus gleich Möglichkeiten, denn jeder kennt andere Menschen, die einem ggf. helfen könnten oder jeder hat andere Ideen, wie man Probleme angeht. Mach‘ die Runde aber nicht zu groß, sonst verliert sie sich…

Wenn du es nicht machst

Wenn Du es nicht machst, passiert wahrscheinlich auch nichts. Erstmal nicht. Du lebst vor dich hin, blendest Themen wie Glück gekonnt aus und funktionierst so, „wie man das halt macht“. Kannste alles machen, ist auch nicht schlimm.

Wahrscheinlich ist aber, dass Du eben irgendwann mal fest stellst, was Du alles hättest machen können. Wie dein Leben hätte sein können. Dann wird nämlich aus dem „wenn ich erst“ ganz schnell ein „hätte ich nur“.

Ich bin einfach davon überzeugt, dass es im Leben um mehr geht als Geld zu verdienen, um die Rechnungen bezahlen zu können. Sich darauf vorzubereiten, „irgendwann mal zu leben“. Dinge zu machen, „weil das eben so ist“.

Wir können Entscheidungen umgehen

Ich will garantiert nicht mit 70 in meinem – wenn dann vielleicht auch schönen – Garten sitzen und griesgrämig auf mein Leben zurück blicken. Ich will keine traurigen Geschichten erzählen, von dem, was alles nicht geklappt hat. Werbe-Fotos anschauen von den Zielen, wo ich überall nicht war.

Ich bin eher auch kein Freak. Außer im Denken bin ich wahrscheinlich sogar ziemlich Mainstream. Ich trage ganz normale Klamotten, die nicht mal zwingend topmodern sind, fahre einen normalen Mercedes, wohne in ner Mietwohnung. Ich beherrsche die gesellschaftlichen Regeln und wende sie an, wenn es notwendig ist. Und trotzdem bin ich wahrscheinlich irgendwie der Rebell. Die, die mehr will. Die, die sich niemals mit Wolke 4 zufrieden geben würde. Die, die ca. 30 Bücher im Jahr liest. Die, die gedacht hat, dass sich „Mitte 30“ irgendwie anders anfühlt. Ansonsten findest Du bei mir all die anderen „normalen“ Themen wie „das ist hoffentlich nur ne Phase bei dem Zeit“ über „was, wenn ich mich trauen würde“ bis „hat er wirklich nur keine Zeit“;-)

Ja, und manchmal, manchmal verfalle ich auch in „wenn-ich-erst-Träume“… aber meist krieg ich dann ziemlich schnell den Bogen zu „was müsste ich…“

Ich habe heute mal noch ein Video für euch, dass das Thema hervorragend abrundet.

Lasst euch einfach mal inspirieren… Julia Engelmann ist Poetry Slammerin und in ihrem Gedicht spricht sie genau die Punkte an, die wir uns heimlich so oft vorwerfen müssten…

Wir wollen doch später nicht zusammen sitzen und uns die Geschichten erzählen, die wir fast umgesetzt hätten, oder?

Online-Workshop: Was kostet mein Traum?

Damit es dir eben nicht so geht wie in dem Gedicht – melde dich zu meinem Online-Workshop „Was kostet mein Traum“ an.

Hier findest du alle Informationen dazu.

Kein Traum hat es verdient, am Geld zu scheitern!
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