Heute habe ich eine spannende Story darüber, wie eine 3-fach Mama ihren „finanziellen schwarzen Fleck“ überwand und ihren sicheren Job aufgab, um ihrem Herzensprojekt zu folgen. Eine Geschichte, in der sich viele Mütter wieder erkennen werden…

Über mich

Ich freue mich, dir hier meine Geschichte erzählen zu dürfen. Yvonne Schrader hat mich dazu eingeladen und dafür danke ich ihr ganz herzlich.

Nicole Wendland, Mutter von drei Kindern (14J., 12J., 9J.) zwei Jungs, ein Mädchen, verheiratet, auf dem Land lebend und als Grundschullehrerin tätig. Das bin ich! Na, so ganz stimmt das nicht, denn ich bin seit August 2017 beurlaubt. Nun bekomme ich kein Gehalt mehr. Ich darf nun ein Jahr zuhause bleiben. Warum? Das erfährst du gleich.

Eine emanzipierte Frau

Ich würde sagen, ich bin eine typische Frau meiner Generation. Ich wusste schon immer was ich wollte (heiraten, Kinder bekommen, Grundschullehrerin sein). Ich war nicht immer selbstbewusst, aber ich bin meinen Weg stetig und bestimmt gegangen. Auch in unserer Familie bin ich wohl diejenige, die viele Entscheidungen trifft und oftmals der „Chef im Ring“. Man könnte also sagen, eine emanzipierte Frau! Wenn ich ehrlich bin, dann stimmt das so leider nicht. Gewisse Bereiche waren aus meinem Emanzipations-Gedanken sehr bequem ausgelagert. Alles rund ums Auto, Haus und Finanzen hat mein Mann geregelt. So bin ich schließlich auch aufgewachsen, bei uns Zuhause war das ebenso. Einen großen Unterschied gab es natürlich, meine Mutter hat erst sehr spät angefangen zu arbeiten. Ich hingegen habe einen Beruf mit dem ich mich vollständig finanzieren kann. Noch! Bisher lief also alles rund, ich hatte mein eigenes Geld und mein Mann kümmerte sich um die mir schon genannten unangenehmen Dinge.

Da bei uns zuhause das Geld eher knapp war, habe ich schon früh gelernt, den Taler zweimal umzudrehen. Ich entwickelte mich zu einer recht sparsamen Frau. Obschon ich moderne Kleidung liebe, gerne mal essen gehe, schöne Reisen (nicht zu teuer) mache, blieb unterm Strich immer genug übrig. Es wuchs eine kleine Geldsumme heran.

Der blinde Fleck

Vermutlich klingt es für die ein oder andere überheblich, aber ich kümmerte mich nicht darum. Es war wie ein blinder Fleck in meinem Leben. Mein Mann legte schon mal Geld für mich an: „Okay, wenn er meint “, waren meine Gedanken dazu. Ich blendete das Thema einfach aus. Ich gab mein Geld nach Gefühl aus. Irgendwie passte es ganz gut. Jedoch war da eine kleine bohrende Stimme: „Was ist, wenn du mal allein dastehst? Scheidung, Trennung, Tod des Ehemannes.“ Diese Gedanken blendete ich jedoch immer wieder geschickt aus.

Grundschullehrerin zu sein war schon immer mein Traumberuf. Schon als Kind wollte ich Lehrerin werden. Und ich war immer gerne Lehrerin. In den letzten Jahren jedoch wuchs meine Unzufriedenheit mit der Institution Schule. Ich spürte, ich wollte noch etwas anderes vom Leben. Ich wollte mich beruflich verändern, wachsen und neuen Herausforderungen begegnen. Ich bin jetzt 46 und wenn ich etwas verändern will dann jetzt. Vor 5 Jahren habe ich eine Ausbildung als Yogalehrerin gemacht und habe nebenberuflich Yoga unterrichtet. Dazu kamen Coachings für Frauen. Irgendwann war klar, so geht es für mich nicht weiter – ich will meinen eigenen Weg gehen. Im Sommer 2016 entschied ich in Absprache mit meinem Mann, mich für ein Jahr beurlauben zu lassen. In diesem Jahr will ich entscheiden, ob aus meinen Nebentätigkeiten als Yogalehrerin und Coach eine volle Selbstständigkeit wird.

Der schwarze Fleck

Aus meinem blinden Fleck für das Thema Finanzen wurde ein dunkler schwarzer Fleck, der sich immer weiter ausbreitete. Schwarz, dunkel, schwer! Meine Vorfreude auf meine Beurlaubung wurde gedämpft. Ich wollte schließlich nicht in eine neue Abhängigkeit rutschen: Finanziell abhängig von meinem Mann zu sein, das war nicht mein Weg. Ich rechnete aus, was ich ungefähr brauchen würde, um monatlich über die Runden zu kommen. Ich setzte ein Sparziel, welches ich in knapp 12 Monaten erreichen wollte. Es erschien mir utopisch dieses zu erreichen. Dennoch, ich hatte den festen Willen und irgendwie war ich mir sicher, es zu schaffen. Erstaunlicherweise hat es funktioniert. Ich habe sogar noch mehr Geld sparen können. Als hätte das Universum mich erhört, bekam ich noch Gelder aus Quellen mit denen ich gar nicht gerechnet hatte (Krankenkasse, Steuern).

Der große schwarze Fleck wurde wieder kleiner, aber er blieb. Zunächst ganz klein. Als mir jedoch klar wurde, dass ich möglicherweise nicht zurück in die Schule kehren würde, sondern eine Selbstständigkeit in Betracht zog, wurde der schwarze Fleck in meiner Brust groß, dick und engte mich ein. Selbstständigkeit würde bedeuten, ich würde meine Ansprüche an die Pension (Rente für Beamte) verlieren. Und dann noch die Krankenversicherung, die gelte es dann  auch noch zu finanzieren…

Mein Weg in die finanzielle Selbstbestimmtheit

Mir wurde klar, warum das Thema „Geld“ stets ein blinder Fleck in meinem Leben war. Ich hatte nie gelernt zu sparen und Buch zu führen. Geld war für mich immer ein Thema des Gefühls, ein emotionales Thema. Hatte ich gefühlsmäßig genug, fühlte ich mich gut. Hatte ich gefühlsmäßig zu wenig, fühlte ich mich schlecht. Im Januar 2017 wurde mir klar, ich muss sachlich mit dem Thema umgehen.

Ich fing an Buch zu führen:

  1. Was gebe ich im Monat?
  2. Wofür gebe ich das Geld aus?
  3. Welche Einnahmen habe ich?
  4. Wie viel Geld kann ich sparen?

Außerdem begann ich:

  1. Bücher über ETFs, Aktien und Mindset zum Thema „Geld“ zu lesen.
  2. Mein Geld selbstständig anzulegen bzw. zu investieren (ETFs).
  3. Ich bildete mich weiter, indem ich entsprechende Podcasts hörte und Blogs las.

Für mich ist die Investition in mich selbst, d.h. in meine Bildung, inzwischen einer der Grundpfeiler für meinen zukünftigen Weg. Denn, will ich den Sprung in die Selbstständigkeit wagen, dann wird sich die Investition in meine Bildung irgendwann auszahlen, dessen bin ich mir sicher. Das nennt man übrigens Humankapital. Eine Investition in dich selbst umfasst nicht nur Weiterbildung, sondern auch Gesundheit, Sport, Ernährung usw. Warum? Nun ja, wenn du z.B. als Selbstständige ständig krank bist, dann wirst du vermutlich nicht weit kommen. Daher ist ein fürsorglicher Umgang mit dir selbst grundlegend. Aber auch, wenn du keine Selbstständigkeit anstrebst, solltest du in dich selbst investieren. Das führt zu mehr Zufriedenheit, Selbstbestimmtheit und Wohlergehen.

Meine 7 Learnings aus dem Thema „Geld“

Manchmal denke ich, hätte ich mich doch schon früher mit meinen Finanzen beschäftigt. Hätte ich doch schon früher angefangen gezielt zu sparen. Hätte ich mein Geld doch schon früher gewinnbringend investiert. Aber gut, „Hätte, hätte, Fahrradkette!“ Es nützt nichts die Vergangenheit verändern zu wollen. Jetzt, genau ab jetzt können wir jedoch etwas verändern. Daher gebe ich dir meine 7 Learnings weiter:

  1. Setzte dir selbst einen Termin und nimm dir etwa zwei Stunden Zeit für deine Finanzen: Alles was du hast schreibst du auf…
  • Einnahmen
  • Ausgaben
  • Sparverträge
  • Investitionen
  • Lebensversicherungen usw.
  1. Beginne ein Haushaltsbuch zu führen. Es gibt tolle Apps oder nimm Papier und Bleistift. Ich habe die Ausgaben einfach als Liste ins Handy eingeben und am Ende des Monats zusammen gerechnet.
  2. Fang an Bücher zum Thema „Geld“ zu lesen. Glaub mir, das macht Spaß! Und es kann zur Sucht werden.
  3. Beginne mindestens 10 Prozent deiner Einnahmen zu sparen.
  4. Informiere dich: Wie kannst du dieses Geld am besten gewinnbringend anlegen.
  5. Setze dir finanzielle Ziele
  6. Sei gut zu dir, gönn dir auch mal was Schönes – nur dann macht Sparen Spaß und Sinn!

Neue Wege Entdecken

Und wie geht’s jetzt weiter? Nun, mein Beurlaubungsjahr hat gerade erst begonnen. Aufgrund meines finanziellen  Polsters kann ich es mir erlauben, die Zeit noch ein wenig zu genießen: Mehr Zeit für die Kinder, für unseren Hund, den wir uns nun angeschafft haben und mehr Zeit für mich. Außerdem nutze ich die Zeit, um mich weiterzubilden, ein bisschen arbeite ich ja schon nebenher und dann, ja dann, werde ich eine Entscheidung treffen.

Ich habe nur dieses eine Leben und inzwischen betrachte ich das Leben als Spielwiese. Es gibt viele Regeln, die schon vorgegeben sind, aber es gibt auch Freiräume. Die will ich nutzen. Ich habe nur dieses eine Leben und ich will das Beste daraus machen. Aus meinem Leben! Ich möchte meinen Herzensprojekten folgen. Und ich stelle mich auch der finanziellen Herausforderung und wieder habe ich mir ein finanzielles Ziel gesetzt. Ich bin sicher, ich werde es erreichen!

Wenn du mehr über meine Herzensprojekte wissen möchtest, dann schau doch mal vorbei unter: www.nicolewendland.de

 

Vielen Dank liebe Nicole, für deine Offenheit und deinen ausführlichen Bericht!

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