Kann man "gut mit Geld umgehen" lernen?

In meinem letzten Blogartikel ging es ja darum, was „gut mit Geld umgehen“ überhaupt heißt. Fall du ihn noch nicht gelesen hast, schau doch mal rein. Heute wollen wir mal – die an sich triviale – Frage, ob man „gut mit Geld umgehen“ lernen kann, beantworten. Trivial deswegen, weil ich der Überzeugung bin, dass man grundsätzlich alles lernen kann.

„Gut mit Geld umgehen“

Wie gesagt, es gibt ja keine Legaldefinition von „gut mit Geld umgehen“. Jeder wird darunter sicher etwas anderes verstehen. Die Kernpunkte in meinen Augen sind:

  • gib nie mehr Geld aus als du hast
  • betrachte Geld positiv
  • investiere statt konsumiere
  • unterschreibe nie, was Du nicht verstehst
  • kenne deine Zahlen
  • spare am Monatsanfang
  • bilde Rücklagen

Wenn du diese Punkte erfüllst, kannst Du schon von dir behaupten, dass Du gut mit Geld umgehst. Wenn Du einen oder mehrere der Punkte noch nicht erfüllst, weißt Du nun, wo Du ansetzen kannst. Lies die Details dazu nochmal hier nach. Die Punkte greifen ja auch ineinander.

Wie fängt man an?

Positiv denken

Wie bei vielen anderen Sachen auch, steckt dein Schlüssel zum Glück von innen. Wenn Du dir mehr Rock ’n‘ Roll auf deinem Konto wünschst, wirst Du nicht drumherum kommen, Geld positiv zu betrachten. Geld an sich ist weder gut noch böse. Es ist Zahlungs- und Tauschmittel sowie Recheneinheit. Es gibt dir Möglichkeiten. Nur Geld sollte nie dein Ziel sein. Aber Geld bestimmt so viele Bereiche deines Lebens, dass Du es einfach nicht ignorieren oder nebenbei betrachten kannst.

Du kannst auch nicht negativ denken und positives erwarten. Das gilt auch wieder für alle Lebensbereiche, nicht nur für Geld. Wenn Du immer das schlimmste befürchtest, brauchst Du dich nicht wundern, wenn es eintritt. Es gibt dabei um die so genannten hermetischen Gesetze und diese wirken, ob Du daran glaubst oder nicht.

Der erste Schritt ist also, dass Du deine Einstellung zu Geld überprüfst. Gehe mal in dich. Was denkst Du wirklich über Geld und reiche Menschen? Hier geht es um das spannende Thema „Glaubenssätze“ und ich schreibe mal noch einen separaten Artikel dazu. Schau doch in der Zwischenzeit schon mal in mein Instagram-Profil (@yschrader), dort gibt es immer Dienstag Abend den „Glaubenssatz-Alarm“.

Kenne deine Zahlen

Im nächsten Schritt geht es um die knallharte und ehrliche Analyse deiner Zahlen. Was kommt rein? Was geht raus? Hier findest Du ein wirksames Tool, das dich dabei unterstützt. Sei ehrlich zuDer Sprung ins kalte Wasser dir. Bewerte nicht, sondern erfasse nur. Jeden Euro, den Du ausgibst pro Monat. Egal, ob bar oder mit Karte. Wenn Du anfängst, dich mit dem Thema Geld zu befassen, ist das der wichtigste Schritt. Wenn ihr zu zweit seid, macht die Übung gemeinsam. Macht euch keine Vorwürfe, sondern schlüpft in die Rolle des externen Buchhalters und nehmt stupide die Zahlen auf. Ans ändern geht es später.

Denk bitte auch an all die „Kleinigkeiten“ – essen gehen, Coffee to go, Zwischendurch-Einkauf, Eis, Eintritt, Snacks, Zigaretten, Lotto – was auch immer.

Am besten erfasst du die Zahlen über mindestens drei Monate und bildest einen Durchschnitt. Sonst sind sie mitunter nicht repräsentativ.

Zum Schluss stellst Du Einnahmen und Ausgaben gegenüber und bildest eine Differenz.

Analysiere deine Schulden

Wenn Du keine Schulden hast, kannst Du den Punkt schnell abhaken. Ansonsten gehört dies zwingend zur Zahlenanalyse dazu. Welche Schulden? Bei wem? Welche Restlaufzeit? Welche monatliche Rate? Welcher Zins?

Vergiss bitte auch all die Privatschulden, Dispo-Kredite, Kreditkarten-Schulden, Ratenzahlungsvereinbarungen und Null-Prozent-Finanzierungen nicht.

Ob Du die Raten bei deinen monatlichen Kosten einbeziehst oder von der o.g. Differenz abziehst, spielt faktisch keine Rolle.

Analysiere dein Vermögen

Dieser Punkt gehört auch zwingend zur Zahlenanalyse. Liste genau auf, welches Vermögen Du hast. Vermögen ist das, was Dir sog. Cash Flow generiert – wo Du also Erträge erzielst. Ein mit einer Grundschuld belastetes Einfamilienhaus ist übrigens kein Vermögen. Ein Auto auch nicht (sei denn, Du fährst Taxi). Solche Dinge werden erst zum Vermögen, wenn Du sie verkaufst. Und dann wäre der Cash Flow der Verkaufspreis. Sei hier aber bitte realistisch und setze realisierbare Preise an, nicht deine Wunschvorstellung.

Ansonsten fallen in diese Kategorie alle Arten der Geld-Anlage, egal ob Fonds, Immobilien, Aktien, Schuldverschreibungen, Festgelder etc.

Achte bitte auch darauf, ob deine Rücklagen so hoch sind, dass Du mindestens 6 Monate überleben könntest, auch wenn kein Geld mehr rein kommt. Als Rücklage gelten aber nur Gelder und Investments, die Du innerhalb weniger Tage liquidieren kannst (als z.B. Tagesgelder). Altersvorsorge-Verträge sind keine Rücklage in diesem Sinne, da Du in der Regel nicht unkompliziert drauf zugreifen kannst.

Spare am Monatsanfang

Wenn Du deine Analysen ehrlich gemacht hast, geht es darum, ein Kontensystem einzurichten. Falls Du noch keines hast, richte dir ein Tagesgeldkonto ein (ich habe meines seit Jahren bei der DKB und würde es jederzeit weiterempfehlen*, alternativ habe ich auch noch eines bei der 1822direkt, das lohnt sich für alle, die regelmäßig Geld abheben, das geht dann kostenfrei über die Sparkassen). Dass Du hier aktuell kaum Zinsen bekommst, vernachlässigen wir, denn es geht um höhere Ziele. Auf dieses Tagesgeldkonto lässt Du ab nächsten Monat per Dauerauftrag 10% deiner Einnahmen überweisen. Hast du also z.B. 1.800 EUR Einnahmen jeden Monat – das weißt Du ja aus deiner Analyse – gehen 180 EUR auf dieses Tagesgeldkonto. Damit ist das Geld formell deinem monatlichen Zugriff entzogen. Und Du wirst sehen, dass Du mit 90% genauso hinkommst, wie mit 100%.

Denn jetzt gilt es, die Sparpotentiale zu finden. Hier hast du unzählige Möglichkeiten und 10% schafft man quasi immer. Es ist nur eine Frage des Wollens.

Das Geld geht so lange auf das Tagesgeldkonto, bis deine 6-Monats-Rücklage voll ist. Bei 1.800 EUR also Idealfall 10.800 EUR. Hast Du gar keine weiteren Rücklagen und nimmst tatsächlich nur die 180 EUR sind das allerdings 60 Monate bzw. 5 Jahre. Das solltest Du auf jeden Fall beschleunigen, indem Du z.B. von allen Geldern, die zusätzlich rein kommen, 50% sparst. Oder indem Du Dinge, die du nicht mehr brauchst, verkaufst und 100% sparst…

Je schneller deine Rücklage voll ist, desto eher geht es ans Investieren. Denn wenn deine Rücklage voll ist, solltest Du das Sparen am Monatsanfang beibehalten, die Gelder aber sinnvoll investieren. Auch wenn ich keine Anlageberatung mache, stelle ich dir demnächst eine Möglichkeiten aus betriebswirtschaftlicher Sicht vor.

Investiere statt konsumiere

Ein wesentlicher Punkt, um das Rücklagenkonto schneller zu füllen, ist es zu investieren statt zu konsumieren. Die ganze Welt redet dir zwar ein, dass Du möglichst viel konsumieren sollst, aber da stecken ja „Pläne“ dahiner. Menschen, die gut mit Geld umgehen, lassen sich davon nicht beeindrucken. Sie machen ihr Glück nicht an materiellen Dingen fest.

Investitionen sind aber nicht nur Geldanlagen, sondern auch Investitionen in dich, z.B. für Weiterbildung. Denn damit kannst Du persepktiv wieder ein höheres Einkommen erzielen und damit auch mehr sparen und investieren. Mal ganz abgesehen von der persönlichen Entwicklung, die Du dadurch mitmachst.

Manchmal ist der Übergang zwischen Konsum und Investition auch fließend. Und was bei dem einen Investition ist, ist bei dem anderen Konsum. Hier sollte man nicht zu kleinlich sein. Aber ich hoffe, das Grundprinzip ist klar. Und in den allermeisten Fällen wirst Du ohne Investition keinen Ertrag erzielen, egal ob es um „mehr Zeit“, „mehr Geld“, „mehr Qualität“, „mehr Output“ oder was auch immer geht.

Verstehe immer, was Du unterschreibst

Last but not least – mache es dir bitte zur Grundregel im Leben. Was Du nicht verstehst, unterschreibst Du nicht. Zumindest nicht gleich. Verstehen erkennst Du daran, dass Du es komplett mit eigenen Worten wiedergeben kannst.

Oft steckt der Teufel im Detail. Wenn du was nicht verstehst, frage. Schäme dich nicht. Es geht den meisten so. „Suppe auslöffeln“ ist meist viel teurer als Nachfragen. Sei bitte auch nicht blind vor Liebe.

Und lass dich nicht unter Druck setzen. Entscheidungen unter Druck sind selten die besten Entscheidungen. Und wenn dir jemand einredet „die Chance kommt niiiiiieee wieder“ – dann lass ihn ziehen, wenn Du dir nicht sicher bist.

Gut mit Geld umgehen lernen

Du siehst also, man kann „gut mit Geld umgehen“ durchaus lernen. Es ist wie bei allem nur eine Frage des Wollens, nicht des Könnens. Es ist auch keine Frage der Zeit. Denn keine Zeit ist keine Tatsache, sondern eine Entscheidung.

Wenn Du deine Finanzen im Griff hast, hast du jede Menge Vorteile. Welche das sind, erfährst Du hier.

Geld entscheidet so viele Punkte in deinem Leben. Nimm es ernst. Wie Bodo Schäfer so schön sagt: „Geld wird besonders wichtig, wenn es an allen Ecken und Enden fehlt“. Lass es nicht so weit kommen. Das Leben ist nicht dazu da, um Rechnungen zu bezahlen. Aber zu lernen, gut mit Geld umzugehen, kann dir Freiheit ermöglichen. Es bringt dich erstmal in die Position, überhaupt eine Wahl zu haben.

Nimm dir beim Lernen nicht zu viel auf einmal vor. Arbeite die Schritte stückchenweise ab, aber bleibe dran. Analysiere deine Zahlen kontinuierlich. Und denke auch nicht immer nur daran, wie du deine Kosten senken kannst, sondern auch, wie Du lernst, deine Einnahmen zu erhöhen.

Wenn du Unterstützung bei der Zahlenanalyse brauchst oder nicht weißt, wo deine Sparpotentiale liegen oder in einem Berg Schulden feststeckst – nutzte mein kostenfreies Strategiegespräch. Du investierst 30 Minuten deiner Zeit und wir checken ob die Chemie zwischen uns stimmt und wie ich dir helfen kann. Wähle hier deinen Wunschtermin aus.

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