Eng in Verbindung mit dem Thema Elterngeld steht ja auch das Thema Elternzeit. Selbstständige brauchen sind im Prinzip nicht damit zu beschäftigen. Elternzeit ist nur für Arbeitnehmer (und Beamte, Richter und Soldaten) einschlägig. Sie ist eine Auszeit vom Berufsleben, um Kinder zu betreuen und erziehen.

Für Beamte, Richter und Soldaten gelten gesonderte Vorschriften, hier müsstet Du dich bei deinem Dienstherrn informieren.

Pro Kind kannst Du verlangen, dass dich dein Arbeitgeber bis zu drei Jahre von der Arbeit freistellt. Du musst in dieser Zeit nicht arbeiten, erhälst aber auch keinen Lohn.

Trotzdem ist es nicht zwingend erforderlich, dass Du gleichzeitig Elterngeld beantragst. Genauso wie Du nicht zwingend Elternzeit nehmen musst, um Elterngeld zu bekommen.

Voraussetzungen

Elternzeit kann jeder Elternteil nehmen, unabhängig davon, ob der andere auch nimmt. Außerdem muss Folgendes erfüllt sein:

  • du bist Arbeitnehmer(in)
  • du betreust und erziehst dein Kind selbst
  • das Kind lebt mit dir in einem Haushalt
  • du arbeitest nicht oder höchstens 30 Stunden pro Woche

In welcher Art von Arbeitsverhältnis Du dich befindest, spielt keine Rolle. Du hast einen Anspruch auf Elternzeit also auch bei einem Mini-Job, bei Teilzeit oder bei befristeten Verträgen. Auch wenn Du eine Ausbildung oder Umschulung machst, ist Elternzeit möglich.

Elternzeit kannst Du nehmen, wenn Du in Deutschland arbeitest. Es ist nicht notwendig, dass Du auch in Deutschland wohnst.

Elternzeit steht dir zu für ein leibliches Kind, für ein leibliches Kind vom Ehepartner, für ein Pflegekind in Vollzeitpflege und Adoptivkinder. Unter gewissen Voraussetzungen kann man auch Elternzeit für Enkel, Urenkel, Schwestern, Neffen oder Nichten beantragen.

Zustimmung und Dauer

Pro Kind stehen dir insgesamt 3 Jahre Elternzeit zu. Du kannst sie bis zum Tag vor dem 8. Geburtstag des Kindes nehmen. Du kannst die ganzen drei jahre nehmen oder nur einen Teil davon. Elternzeit ist für Tage, Wochen oder Monate möglich.

Du kannst die Elternzeit am Stück nehmen oder in zwei oder drei Abschnitte aufteilen.

Wichtig!

Für die Elternzeit vor dem 3. Geburtstag ist die Zustimmung des Arbeitgebers nicht erforderlich.

Du bist allerdings verpflichtet rechtzeitig mitzuteilen, dass Du in Elternzeit gehen willst. Die Frist beträgt 7 Wochen vor Beginn. Der Antrag muss schriftlich erfolgen und unterschrieben sein. Ein Antrag per E-Mail, telefonisch oder über einen Messenger zählt nicht.

Elternzeit für Mütter beginnt frühestens nach dem Mutterschutz, du solltest also spätestens in der 1. Woche nach der Geburt deinen Antrag abgeben. Du hast ein Recht darauf, dass der Arbeitgeber dir die Elternzeit bestätigt.

Mit dem Antrag musst du gleichzeitig verbindlich festlegen, von wann bis wann Du Elternzeit in den nächsten beiden Jahren nehmen wirst. Außerst Du dich nicht für die gesamte Zeit (also z.B. nur für ein Jahr), kann dein Arbeitgeber davon ausgehen, dass Du keine weitere Elternzeit in Anspruch nimmst. Maximal 24 Monate der Elternzeit kannst du zwischen dem 3. und 8. Geburtstag des Kindes nehmen. Diesen Teil musst du 13 Wochen vor Beginn anmelden.

Überlege bitte gut, wie Du deine Elternzeit nehmen willst, denn nachträgliche Änderungen – also Verlängern oder Verkürzen – sind nur möglich, wenn dein Arbeitgeber zustimmt. Nur in engen Grenzen kannst du eine Änderung verlangen.

Elternzeit richtig nehmen

Teilzeit während der Elternzeit

Während deiner Elternzeit darfst Du bis zu 30 Stunden pro Woche arbeiten, damit kommt es auf den Monatsdurchschnitt an. Unter bestimmten Voraussetzungen kannst du die Teilzeit sogar verlangen:

  • du bist bereits länger als sechs Monate am Stück bei diesem Arbeitgeber
  • es sind in der Regel mehr als 15 Beschäftigte
  • du willst mindestens 2 Monate Teilzeit arbeiten, mind. 15, max. 30 Stunden pro Woche
  • keine dringenden Gründe sprechen dagegen

Sind die Voraussetzungen nicht erfüllt, kannst Du keine Teilzeit verlangen. Dann geht es nur im Einvernehmen. Auch die Teilzeit musst du spätestens 7 Wochen vor Beginn der Teilzeit beantragen (vor dem 3. Geburtstag) bzw. spätestens 13 Wochen vor Beginn nach dem 3. Geburtstag.

Eine Ablehnung ist nur aus dringenden betrieblichen Gründen möglich und muss innerhalb von 4 Wochen (vor dem 3. Geburtstag) bzw. 8 Wochen (nach dem 3. Geburtstag) erfolgen. Versäumt der Arbeitgeber die Frist, gilt die Zustimmung als erteilt. Dei vereinbarte Teilzeit gilt nur für die Zeit der Elternzeit.

Wenn dein Arbeitgeber einverstanden ist, kannst Du auch woanders in Teilzeit oder auch selbstständig arbeiten. Dies musst du aber auch bei deinem Arbeitgeber beantragen.

Urlaub und sonstiges

Pro vollem Monat Elternzeit verringert sich dein Anspruch auf Urlaub um 1/12. Nicht vollständig ausgeschöpfte Monate bedeuten keine Kürzung. Das gilt auch, wenn der 1. ein Samstag, Sonntag oder Feiertag ist. Resturlaub verfällt nicht während der Elternzeit. Selbst wenn deine Elternzeit am 2. beginnt, wird dir das Zwölftel für diesen Monat nicht gestrichen. Resturlaub, der dir zu Beginn zusteht, kannst du also noch nach der Elternzeit nehmen, selbst wenn du nochmal schwanger wirst und sich eine zweite anschließt.

Arbeitest Du Teilzeit, bekommst du ganz normal deinen Teilzeit-Urlaubsanspruch.

Solange Du in Elternzeit bist, kannst du nicht (bzw. nur in ganz besonderen Ausnahmefällen  und nach Zulassung druch bestimmte Behörden des Arbeitsschutzes) gekündigt werden. Das gilt auch, wenn Du Teilzeit arbeitest.

Möchtest Du selbst kündigen, muss deine Kündigung spätestens 3 Monate vor Ende der Elternzeit eingegangen sein. Ansonsten gilt deine normale Kündigungsfrist.

Befristete Verträge verlängern sich während der Elternzeit nicht (außer bei Auszubildenden). Wenn Du in den letzten beiden Jahren vor Beginn der Arbeitslosigkeit mindestens 12 Monate lang gearbeitet hast, hast Du Anspruch auf Arbeitslosengeld I (Anwartschaft). Elternzeit vor dem 3. Gebrutstag des Kindes zählt zu den Anwartschaftszeiten, die danach nicht. Mutterschutz-Zeiten zählen auch mit.


Hinweis:

Ich gebe dir hier nur das wieder, was die offiziellen Quellen sagen. Ich führe keinerlei Rechtsberatung durch. Wenn Du rechtliche Fragen hast, wende dich bitte an einen Anwalt.