Elterngeld für Selbstständige

Elterngeld bekommst Du auch als Selbstständige – völlig egal, in welchem Bereich du tätig bist. Du erhälst den finanziellen Ausgleich dafür, dass Du nach der Geburt weniger oder gar nicht arbeiten kannst. Grundsätzlich gelten bei Selbstständigen die gleichen Regeln wie bei Angestellten. Du bekommst also 65% von deinem Einkommen ersetzt für 12 oder 24 Monate, kannst Partnermonate und Partnerschaftsbonus in Anspruch nehmen und würdest auch Mehrlingszuschlag und Geschwisterbonus erhalten, wenn Du die Voraussetzungen erfüllst.

Wie auch bei Angestellten wird das Elterngeld nach Lebensmonaten und nicht nach Kalendermonaten ausgezahlt. Auch Selbstständige können zwischen Basiselterngeld und ElterngeldPlus wählen und auch wechseln.

Wer gilt als Selbstständige?

Hier wird es vielleicht manche überraschen, aber laut EEG gilt man relativ umfassend als selbstständig. Um festzustellen, ob man darunter fällt, muss man zwei Zeiträume betrachten:

  • 12 Kalendermonate vor dem Monat der Geburt
  • den letzten abgeschlossenen Veranlagungszeitraum vor der Geburt.

Machen wir ein Beispiel:

Angenommen, dein Kind kommt am 21.9.2018 auf die Welt. Dann betrachtest Du einmal August 2017 bis August 2018 und zum anderen Januar 2017 bis Dezember 2017 (wenn dein Geschäftsjahr das Ganzjahr ist).

Hattest du in einem der beiden Zeiträume Einkünfte aus selbstständigen Tätigkeiten, also aus

  • selbstständiger Arbeit
  • Gewerbebetrieb oder
  • Land- und Forstwirtschaft
  • als Freiberufler
  • Solaranlagen

dann gilst Du als Selbstständig. Es kommt nicht darauf an, ob Du Verlust gemacht hast.

Auch wenn Du ein Nebengewerbe angemeldet hast und daraus Einkünfte bezogen hast, gilst Du als Selbstständig. Ob die Einkünfte niedriger oder höher als aus einer Angestellten-Tätigkeit sind, spielt keine Rolle.

Welche Folgen hat das?

Grundsätzlich ist das nicht schlimm, wenn man als Selbstständige eingestuft. Die wesentliche Änderung zu Angestellten ist, dass dein Elterngeld auf Basis eines anderen Zeitraumes berechnet wird. Es gelten nicht mehr die 12 Monate vor Beginn des Mutterschutzes als Berechnungsgrundlage, sondern der Veranlagungszeitraum davor. Beim Beispiel oben also Januar 2017 bis Dezember 2017.

Auf die Einnahmen und Ausgaben in diesem Zeitraum kommt es also an, wenn dein Elterngeld berechnet wird.

Hast du Einkommen aus mehreren Bereichen und machst z.B. in einem Verlust, fließt dies mit Null in die Berechnung ein. Es findet keine Verrechnung mit Gewinnen aus anderen Bereichen statt.

Ob Du für das Einkommen tatsächlich arbeitest oder es dir passiv zufließt, spielt keine Rolle.

Höhe des Elterngeldes bei Selbstständigen

Wie auch bei Angestellten wird ein sog. Elterngeld-Netto ermittelt. Dabei kommt es auf deinen Gewinn an, nicht deinen Umsatz. Abzüge für die Sozialabgaben bekommst Du nur, wenn du in der jeweiligen Kategorie versicherungspflichtig warst. Bist du also privat krankenversichert, von der Rentenversicherungspflicht befreit und zahlst keine Arbeitslosenversicherung, bekommst du auch die Abzüge dafür nicht.

Wie auch bei Angestellten werden maximal 2.770 EUR als Elterngeld-Netto berücksichtigt. Du erhälst demzufolge zwischen 300 EUR und 1.800 EUR Basis-Elterngeld bzw. zwischen 150 und 900 EUR ElterngeldPlus.

Hast Du in dem betrachteten Zeitraum Verlust gemacht oder fällt bei dir kein Einkommen weg, bekommst Du den Mindestbetrag von 300 EUR.

Deine Einnahmen nach der Geburt musst Du abschätzen. Diese werden auf dein Elterngeld angerechnet. Dein Bescheid ergeht dann vorläufig und du musst nach dem Ende der Elterngeld-Zahlungen deine tatsächlichen Einnahmen nachweisen. Zu viel erhaltenes Elterngeld musst Du zurück zahlen.

Auch als Selbstständige darfst Du formell nicht mehr als 30 Stunden pro Woche arbeiten, solange Du Elterngeld beziehst.

Während des Elterngeldbezugs bleibst du auch wie bisher versichert. Deine Beiträge für deine private Krankenversicherung musst Du also aus deinem Elterngeld bestreiten.

Auch als Selbstständige bekommst Du bei Mehrlingen nur einmal Elterngeld. Dafür erhälst Du ebenfalls den Mehrlingsbonus von 300 EUR pro Mehrling.

Hast du bereits mindestens ein älteres Kind, kannst Du auch Geschwisterbonus erhalten.

Elterngeld auch für Selbstständige

Deine Stellschrauben als Selbstständige

Zunächst einmal kannst Du ja beeinflussen, ob Du als Selbstständige giltst. Je nachdem zu welchem Zeitpunkt Du dich mit dem Thema Elterngeld beschäftigst, kannst Du auch noch deine Einnahmen und Ausgaben beeinflussen. Daher macht es insbesondere für Selbstständige Sinn, sich frühzeitig mit dem Thema auseinanderzusetzen. Für alle, die 2019 Geburtstermin haben, bestehen jetzt noch alle Möglichkeiten, mehr Elterngeld zu erhalten.

Im Antrag selbst lauern ein paar Fallen, die dich jede Menge Geld kosten können.

Außerdem kommt es sehr darauf an, wie Du deine Einnahmen nach der Geburt einschätzt. Die Schätzung ist ganz wesentlich dafür, wie viel Elterngeld Du tatsächlich erhälst.

Dass Du formell keine Elternzeit nimmst, wenn Du selbstständig bist, spielt für den Erhalt des Elterngeldes übrigens keine Rolle.

Elterngeld-Beratung für Selbstständige

Ich helfe dir gerne bei der Beantragung deines Elterngeldes. Lass uns gemeinsam die richtige Strategie für dich erarbeiten. Wir schauen gemeinsam, welche Stellschrauben Du konkret drehen kannst, um möglichst viel Elterngeld zu erhalten.

Vereinbare einfach einen Termin mit mir, am liebsten per WhatsApp an 0151 20719040. Oder nutze mein Kontaktformular.

Hier findest Du noch ein paar weitere grundsätzliche Details zum Thema Elterngeld.

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2 Gedanken zu “Elterngeld für Selbstständige”

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